Webshop-Solution gesucht

Für einen Bekannten arbeite ich momentan an einer neuen Webshop-Lösung. Natürlich soll es möglichst nichts kosten, damit erschöpft sich die Liste möglicher Shops schonmal mit XT-Commerce, osCommerce, und Magento. Ausserdem – bin halt WordPress-vorbelastet – habe ich noch einen Blick auf WP-e-commerce geworfen. Und nach einigen Stunden rumspielen und ausprobieren bin ich jetzt an einem gewissen Punkt der Ernüchterung angelangt.

Fangen wir mal mit Magento an. Rein optisch, und soweit ich das bislang beurteilen kann auch technologisch, die modernste Software. Die Versionsnummer 1.2 lässt aber auch erahnen, dass das Projekt vielleicht noch nicht allzu erwachsen ist. Das Interface erscheint sehr mächtig und komplex, und ich frage mich, ob das nicht schon Overkill für das geplante Projekt wäre. Ausserdem sind die Tabs im Admin-Interface auf einmal nicht mehr anklickbar, der Shop ist also klinisch tot. Ich bin mir keiner Schuld bewusst und habe noch nicht herausgefunden, woran es liegen könnte.

WP-e-commerce ist eigentlich mehr ein Spielzeug. Erster Kritikpunkt: es müssen vor dem Bestellen keine AGB abgenickt werden, somit ist es hierzulande per se erstmal unbrauchbar. Dies nachzurüsten wäre zwar sicher möglich, aber nicht unbedingt eine Übung auf die ich Wert lege, zumal man dann bei zukünftigen Plugin-Updates immer wieder Ärger bekommt. Davon abgesehen ist die deutsche Lokalisierung extrem fehlerhaft, und insgesamt erscheint mir das Plugin nicht ausgereift und umfangreich genug. Damit kann man sicher gut T-Shirts oder ein paar Downloads verkaufen, aber das ist nichts für jemanden, der mit dem Shop sein täglich Brot verdient.

XT-Commerce hat sich bereits 2003 von osCommerce abgespalten und macht jetzt einen auf Premium und Business und sowas. Sprich, es ist zwar Open-Source, aber mit der Freiheit scheint man es nicht so genau zu nehmen, mir scheint es da keine richtige Community zu geben, zu viele Dinge bleiben offenbar bezahlenden Kunden vorbehalten. Trotz der bereits 5-jährigen Eigenständigkeit und sehr schleppender Entwicklung von osCommerce, sehen die beiden Lösungen fast gleich aus. XT-Commerce rühmt sich zwar, 80% des Codes überarbeitet zu haben, allerdings sind da wohl Code-Dateien gemeint und nicht Code-Zeilen! Das Admin-Interface ist genau gleich umständlich und wenig intuitiv. Es gibt ebenso keine einfache Möglichkeit, Extensions zu installieren, aber dazu gleich mehr.

Denn das hat mich bei osCommerce am meisten geschockt: sämtliche Websoftware die ich so kenne hat einen Plugin-Ordner, wo ich fertige Community-Pakete reinwerfen kann, aktivieren, läuft. Nicht so bei osCommerce, Extensions entpacken sich wohin auch immer sie wollen, z.B. durchaus auch in den Basis-Ordner. Die erstbeste installierte Extension kommt sogar mit dem Hinweis, man solle sie nur in nackte Installationen entpacken, oder andernfalls sicherstellen, dass nicht bestehende Dateien überschrieben werden, bzw. diese im Fall der Fälle zu mergen wären. Ich wette, es gibt auch einige Dutzend Extensions, die Core-Files verändern… Grauenhaft. Davon, und von der angestaubten Optik und Funktionalität des Admin-Bereichs abgesehen, wäre die Software aber brauchbar. Immerhin gibt es eine funktionierende Community und viele Erweiterungen. Und als besonderes Leckerli bin ich noch auf WP.osC gestoßen, damit lässt sich ein leicht angepasstes osCommerce “innerhalb” von WordPress installieren, sprich dieses benutzt das WordPress-Theme mit und integriert sich nahtlos. Das finde ich ziemlich gelungen, vor allem könnte ich dann den Shop via WordPress-Theme designen, womit ich mich schon einigermaßen auskenne, und das “Drumherum” ebenfalls mit der bekannten und geliebten Software verwalten.

Wenn da dann nur nicht diese furchtbare Codebasis des Shops wäre. Mir graut schon vor dem ersten Update einer Extension (oder nicht auszumalen vom osCommerce-Core…), wo dann an zig anderen Stellen plötzlich Baustellen aufgehen. Andererseits ist das Entwicklungstempo von osCommerce so langsam, dass vielleicht auch nicht allzuviele Updates zu machen sind. Somit werde ich dies – mangels Alternativen – wohl erstmal weiterverfolgen. Oder hat jemand noch einen ganz heissen Hinweis?

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2 Antworten zu “ Webshop-Solution gesucht ”

  1. Hallo Thomas,

    xt:Commerce finde ich supergut – und viel besser, als OS Commerce! Ich habe den Shop eine ganze Weile im Einsatz gehabt und finde, dass die beiden Lösungen überhaupt nicht miteinander vergleichbar sind.

    Mit dem Eintrittsgeld bekommst du Zutritt ins Forum. Dort wurde mir immer ziemlich flink geholfen. Bei xt:Commerce sind Design und Content auch viel stärker getrennt, als bei OS Commerce. Du kannst also deutlich leichter am Design Änderungen vornehmen.

    Ehrlich, schau dir die Software mal in Ruhe an!

    Jörn

  2. Zu OS und Xtc kann ich nichts sagen, da noch nie angetestet. als störend hätte ich bei einem einsatz von xtc nur empfunden, den footer nicht heraus nehmen zu dürfen. WPCommerce nutze ich allerdings für einen MiniShop http://pieiron.de um sandwichmaker aus gusseinsen online zu vertreiben und ich bin ziemlich begeistert davon, da das Plugin alles bietet, was ich für dieses miniatur biz benötige. In 2 Stunden war das Plugin komplett eingerichtet und nach einem Tag finetuning der laden unter wordpress online. Und dazu gehören auch AGBs die akzeptiertt werden müssen, bevor eine Bestellung abgesendet werden kann. dafür muss man nur das vordefinierte feld innerhalb des plugins bedienen. wer ein bisschen mehr features haben möchte, kann durch moderate preise entsprechendes dazu kaufen. in der grundausstattung aber reicht wp ecommerce völlig aus, um den markt anzutesten. wer es geschickt anstellt, kann mit dem plugin sicher auch sein täglichges brot verdienen, ob mit tshirts (dort sind die margen eigentlich noch ziemlich gut!) oder anderen textilien. aber, und da stimme ich zu, hat es schon einiges an zeit gekostet, die sprachdatei zu pimpen. ein update auf die derzeitige version war ohne probleme möglich.

    magento: gerade baue ich für ein unternehmen auf magento basis einen shop für kleidung auf. ich war von anfang an begeistert von der software. sie ist zwar komplex und die installationsanforderungen sind hoch, aber sie ist von anfang an auf einem derart professionellen level konzipiert, dass man schon mit dem blanken release online verkaufen könnte. sowohl im frontend bereich (customer care) als auch im backend bin ich von den möglichkeiten und optionen begeistert, die magento standartmäßig mitbringt. für einen shop mit 30 produkten reicht die performance (und die installtions-requirements) des power-serversM bei zb. strato völlig aus. wer mehr produkte verkaufen möchte, sollte natürlich mehr server-power einkaufen oder gleich einen dedizierten server betreiben. eine migration bei starker belastung sollte auch nicht so schwierig sein. denn wer magento erfolgreich aufgesetzt hat, bringt meist schon ausreichende erfahrungen im it bereich mit.

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