Akustik-Test
Was macht man an so einem trüben Sonntagnachmittag? Wäre doch mal eine passende Gelegenheit, einen Hörtest verschiedener Musikformate zu veranstalten. Seit ich jetzt statt dem Logitech-2.1-System meine neuen Wharfedales am Mac Mini hängen habe, frage ich mich verstärkt, ob nicht so manche Aufnahme jetzt noch besser klingen würde, wenn ich sie nicht als MP3 importiert hätte. Also habe ich mal eben Alexandra Soumms Bruch-Violinkonzert hergenommen und nacheinander als MP3 (192k/VBR), Apple Lossless und WAV in iTunes importiert. Dann habe ich die Titel jeweils am Koss Porta Pro und über die Wharfis angespielt und gelauscht.
Was soll ich sagen, auf keinem Weg konnte ich einen wirklichen Unterschied feststellen. Das Einzige, was ich vage zu erkennen glaubte, waren etwas brilliantere, intensivere Geigen-Töne beim WAV. Dies kann aber auch einfach daran liegen, dass mir das WAV eine Nuance lauter erschien, sowohl MP3 als auch ALAC klangen ganz leicht gedämpft. Aber auch die ganzen Feinheiten, wie z. B. das etwas raue Ansprechen der Saite im ganz leisen Einleitungsteil kommen beim MP3 genauso gut rüber wie beim WAV.
Es kann natürlich sein, dass ich für sowas schlichtweg nicht genug Hörerfahrung habe, auch wenn ich mich als Hobbymusiker tendenziell schon eher als audiophil bezeichnen würde. Aber selbst wenn da ein hörbarer Unterschied sein sollte, dann könnte er für mich wohl kaum so nennenswert sein, dass er um den Faktor 4 (ALAC) oder 8 (WAV) größere Musikdateien rechtfertigen würde. Und ich bezweifle ob der Verzicht auf MP3 für das noch so geübte Ohr tatsächlich einen Quantensprung darstellen würde.
Auf einen Blindtest habe ich nach dieser Erfahrung dann verzichtet und werde weiterhin mit gutem Gewissen MP3s erstellen. Das Wichtigste für das Hörerlebnis ist letztlich das Element, was direkt auf die Ohren geht, also der Lautsprecher. Und da bin ich mit meiner neuen Errungenschaft sehr zufrieden und Musikhören macht jetzt noch viel mehr Spaß.
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